Antwort: gyn-untersuchung


Kinderwunsch-Forum - Der natürliche Weg zur Empfängnis.


Geschrieben von Manfred van Treek am 21. September 2009 23:39:18:

Als Antwort auf: Antwort: gyn-untersuchung geschrieben von Sigrun am 20. September 2009 16:25:41:

Hallo Olivia.
Sigrun rief mich heute Abend an und bat mich, aus ärztlicher Sicht eine Einschätzung zu Deinen langen Zyklen und den anscheinend ausbleibenden Eisprüngen abzugeben. Das will ich gerne tun. Ich möchte aber vorausschicken, dass es immer schwierig ist, übers Internet zu beraten. Zu einer richtigen Arzt-Patienten-Beziehung gehört die Anamnese – in der Regel als „Vier-Augen-Gespräch“, die Befunderhebung, die Diagnosestellung und dann die Therapieplanung und Durchführung der Therapie. Somit bitte ich, meine Angaben unter Vorbehalt zu sehen.
Zunächst mal scheinst Du bis zum Ende des Studiums einen relativ normalen Zyklus gehabt zu haben. Die Blutungen kamen nach angemessenen Zykluslängen. Es wurden allerdings keine Temperaturaufzeichnungen gemacht, so dass nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, dass es Zyklen mit Eisprüngen waren.
Deine Tempi-Kurve auf forum.ovusoft.com sieht anfänglich gar nicht übel aus: am Mi, den 13. Zyklustag ist ein deutlicher Temperaturanstieg, der einen Eisprung, zumindest aber eine Progesteronwirksamkeit, vermuten lässt. Die Basislinie nach Rötzer würde ich hier bei 36,45 legen, danach sind 8 Tage Hochlage, am 21. Und 22. Zyklustag fällt die Temperatur auf die Basislinie ab, dann wieder 2(3) Tage Hochlage und dann geht’s munter im Zickzack auf und ab. Diagnose: Gelbkörperschwäche!! Der Zervixschleim – sollte es denn einer sein – zieht sich das ganze dargestellte Zyklusblatt weiter durch. Diagnose: Östrogendominanz, Ursache: möglicherweise Magnesiummangel; Du schreibt von einem solchen Mangel. Ich habe nun Euren bisherigen Posting-Verkehr überflogen und nicht jedes Wort gelesen, aber wie ist denn der Magnesiummangel festgestellt worden? Hast Du z.B. Muskelkrämpfe? Das wäre ja auch ein Hinweis auf Magnesiummangel. Möglicherweise ist der Mangel aber auch durch eine Blutuntersuchung festgestellt worden. Hier ist aber zu beachten, dass Magnesium ein intrazelluläres Elektrolyt ist und im Serum gar nicht in der Konzentration wie innerhalb der Zelle vorkommt. Also die Frage müsste noch beantwortet werden: wie wurde das festgestellt?
Nun stellt sich für mich die Frage: Warum sind die Zyklen scheinbar normal während Stress und Studium und warum stellt sich eine solche „unerklärliche“ Störung ein, wenn der Stress vorbei ist und der Kinderwunsch endlich erfüllt werden kann? Sollte es an dem einen Jährchen liegen, dass Du in der Zwischenzeit älter geworden bist? Ich denke: eher nicht. Obwohl grundsätzlich gilt: mit zunehmendem Alter wird die Fruchtbarkeit geringer.
Ja, was ist zusätzlich passiert in der Zeit seit dem Stressende und meinethalben auch noch in dem letzten Jahr des Studiums? Du scheinst sehr gesundheitsbewusst zu sein und auf eine natürliche Lebensweise zu achten. Du scheinst Nichtraucherin zu sein – das wäre ja gut. Hat vielleicht eine Zahnbehandlung stattgefunden, bei welcher der Zahnarzt eine – nach meiner Auffassung immer – schädliche Wurzelbehandlung gemacht hat. Hast Du Amalgamfüllungen früher schon gehabt oder neue bekommen. Das toxische Schwermetall Quecksilber kann die Fruchtbarkeit beeinflussen, indem es die Hormon durcheinander bringt.
Hast Du möglicherweise eine Nahrungsmittelunverträglichkeit? Ich denke hier an die Gluten-Intoleranz. Siehe www.gluten-intoleranz.de . Auch wenn Du keine Verdauungs- und Darmbeschwerden hast, kannst Du Krankheiten und darmferne Beschwerden entwickeln, die gar nicht mit dem Gluten in Verbindung gebracht werden. Ca. 20% der Mitteleuropäer haben die HLA-Antigene DQ2 und/oder DQ8 und können irgendwann in ihrem Leben, meistens in den mittleren Jahren, mit somatischen Störungen irgendwelcher Art reagieren, es muss sich überhaupt nicht im Darm manifestieren. Und kein Arzt findet die Lösung. Die Erkenntnisse mit den HLA-Antigenen sind erst einige Jahre alt und bei den meisten Ärzten noch nicht angekommen. Außerdem bezahlen die Krankenkassen die genetischer Untersuchung nicht, diese Erkenntnisse sind also noch nicht „allgemein anerkannt“. Wenn Du es Dir leisten kannst, investiere die 100,- Euro in die genetische Untersuchung. Das Labor GanzImmun in Mainz macht z.B. diese Untersuchung. Es braucht nur ein EDTA-Blutröhrchen.
Eine Patientin von mir war chronisch abhängig von Xylometazolin- Nasentropfen, das ist Otriven oder Olynth oder Ratiopharm-Nasenspray. Die wurde auch nicht schwanger. Zusätzlich zu dem Xylometazolin bekam sie „chronisch“ von ihrem Arzt Cortison-Nasenspray für ihre ihr lästige, ständig geschwollenen Nasenschleimhäute verschrieben. Mit diesem Steroidhormon hat sie jahrlang immer gefährlich nahe an der Hypohyse „gearbeitet“. Schau Dir mal auf einer anatomischen Darstellung an, wie nahe die Nasengänge an der Hypophyse vorbeigehen. Ich vermutete, dass das Cortison, ein Steroidhormon wie die Sexualhormone, Rückkopplungsvorgänge an der Hypophyse störten. Warum schreibe ich das? Nun, könnte so etwas bei Dir vorliegen? Nimmst Du überhaupt irgendwelche anderen Medis regelmäßig oder unregelmäßig ein, die mit dem Fruchtbarkeitsthema nichts zu tun haben. Hattest Du nicht L-Thyroxin erwähnt?
Das Primolut würde ich überhaupt nicht nehmen. Obwohl der Ansatz des Frauenarztes völlig richtig ist. Primolut ist Norethisteronacetat, ein „künstlicher“ Gelbkörperersatzstoff. Das ist jetzt wie ein „weißer“ Schimmel, denn Gelbkörperersatzstoffe sind immer künstlich. Der Gynäkologe geht von ausreichender Östrogenversorgung aus. M.E. ist es eher eine endogene Überversorgung und er geht von Gelbkörpermangel aus, deswegen will er jetzt das östrogenbeeinflusste Endometrium der Gebärmutter „transformieren“, also umwandeln und für eine regelrechte Blutung präparieren. Richtiger Gedanke, aber aus Sicht der Naturheilkund unnatürlich, weil mit einem Kunststoff wird das Ziel zwar erreicht erreicht, aber nicht natürlich und möglicherweise auch nicht „nachhaltig“ und vielleicht mit Nebenwirkungen. Es ist besser mit naturidentischem Progesteron erreichbar. Vermutlich hast Du Dir noch keine Gedanken über diese Behandlungsmöglichkeit gemacht. Jedenfalls habe ich in den Threads nichts derartiges gelesen, oder hab ich es übersehen? Gib einfach in die Suchmaschine die beiden Wörter „natürliches „ und „Progesteron“ ein, es bieten sich dutzende bis hunderte von Webseiten an, wo man sich über diese segensreiche Behandlung informieren kann. Siehe auch www.hormonselbsthilfe.de, dort bin ich beratender Mitarbeiter. Siehe auch die amerikanische Webseite www.johnleemd.com.
In Deinem oben erwähnten Zyklus hätte man ab dem 13. Zyklustag mit 20-30 mg naturidentischem Progesteron täglich in Salbenform nachgeholfen.
Ovaria comp Globuli von Wala kannst Du m.E. nach trotz Bienenallergie nehmen, denn die Apis regina, die Bienenkönigin, kommt dort in D5, also in 100.000facher Verdünnung vor. Da die Regina sehr fruchtbar ist, ist dieser anthroposophische Ansatz gut verständlich ;-) ; Ich glaube jedenfalls daran! Wala stellt aber auch Ovaria/Argentum Globuli her, ohne Bienenkönigen. Ovaria als potenziertes Organpräparat vom Rind und Argentum, das Mond- oder Fruchtbarkeitsmetall (das ist die anthroposophische Lesart).
Nicht unwichtig: an keiner Stelle der bisherigen Postings steht etwas über Dein Gewicht – oder habe ich es überlesen? Hast Du genügend Zeit, Ausdauertraining, Jogging, Nordic walking, Inline-Skating, Radfahren zu machen? Das ist wirklich nicht unwichtig, denn wer fruchtbar sein will, muss fit für seine Schwangerschaft sein.
Weiteres wichtiges Thema, was Du nicht öffentlich beantworten musst, aber ich will es nicht unterschlagen. An keiner Stelle – ich hoffe, ich habs nicht überlesen – ist von dem Herrn die Rede, der der Vater Eures Kindes werden will. Hätte ich jetzt eine Patientin mit Deiner Problematik in meiner Praxis, würde ich auch mal bitten, die Beziehung zu betrachten. Bitte nicht falsch verstehen, ich will nicht verunsichern, nur zum Nachdenken anregen. Sind alle Fragen einer verantworteten Elternschaft und dem hoffentlich folgenden lebenslangen Familiesein geklärt? Oder gibt es Zweifel im Sinne von Schiler: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob das Herz zum Herzen findet?“ – Denn seltsam ist das ja schon mit der Zyklusstörung, die in dem Moment los geht, wo es ernst wird. Also: keine Scheu vor der Inanspruchnahme psychotherapeutischer professioneller Hilfe, hier können verborgene Knoten gelöst werden, die durch Primolut und Clomifenstimulation nur noch fester zugeknotet werden würden. Das hören die GynMänner jetzt nicht gerne, ist aber leider so.
Als letztes und möglicherweise hilfreiches Verfahren möchte ich die „Lunazeption“ anbieten. Klingt altmodisch und nach Hexenmedizin, ist es möglicherweise auch ;-)
Du orientierst Dich am Mondzyklus. Alte mystische Geschichten erzählen, dass die Frauen sich zu Neumond in Menstruationshütten zurückgezogen hätten. Als die Menschen noch mehr im Einklang mit der Natur lebten, sei der Mond der Menstruationsrhythmusgeber gewesen. Neumond = Menstruation, Vollmond = Fruchtbarkeit. Und hier schließ sich einer von vielen Kreisen: Argentum im Ovaria/Argentum von der Firma Wala. Argentum, das Silber, ist in der Mythologie dem „Planeten“ Mond zugeordnet, es ist das Fruchtbarkeitsmetall und der Mond der „Fruchtbarkeitsplanet“, obwohl er ja kein Planet ist.
Also: Du schläfst in einem stockfinsteren Zimmer, man darf die Hand nicht vor den Augen sehen. Solltest Du Schlafstörungen haben, unterstützt Du das natürliche Hormonsystem entweder mit einer Tablette Melatonin 3 mg (evtl. übers Internet aus Amerika beziehen) oder mit einer Tablette L-Tryptophan 500 mg (hat jede Apotheke) und nimmst die eine oder andere Tablette beim Schlafengehen ein. Aus der Aminosäure L-Tryptophan bildet das Gehirn das Schlafhormon Melatonin und zusätzlich das Glückshormon Serotonin. Feine Sache und ohne bekannte Nebenwirkungen. Von 2 Tagen vor Vollmond bis 2 Tagen nach Vollmond, also insgesamt Tage oder besser Nächte lang lässt Du eine schwaches Licht in einer Zimmerecke brennen. Du kannst die Lampe hinter einen Stuhl oder unter einen Tisch stellen. Diese soll den Vollmond kopieren. Von Neumond bis Vollmond trinkst Du täglich 3-5 Tassen eines östrogenergen Frauentees: z.B. mit Himbeeblättern, indianische Frauenwurzel usw.; das Beispiel steht im Frauenheilbuch von Heide Fischer aus dem Nymphenburger Verlag. Von Vollmond bis Neumond trinkst Du täglich 3-5 Tassen eines progesteronergen Tees mit Agnus castus. Am Neumondtag ist ein Aderlass von etwa 60-80 ml aus der Vene zu machen. Wie das geht, steht auf meiner Webseite www.praxisvantreek.de. Progesteron wird als Salbe mit 20-30 mg pro Tag auf 3 Tagesgaben verteilt von Vollmond bis Neumond gegeben. Diese konsequent über Monate, vielleicht ein Jahr durchzuhaltende Rhythmik kann (muss nicht!), kann dem gestörten weiblich Zyklus den Rhythmus zurückgeben.
Liebe Olivia: alle diese Angaben sind ohne Gewähr und wenn Du irgendetwas ausprobierst, wäre mir ganz lieb, Du würdest es in Absprache mit einem Therapeuten oder Heilpraktiker machen.
Viele Grüße und auch Erfolg
Manfred van Treek – Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Umweltmedizin und Sportmedizin – Viernheim
PS: dieses Posting ist nicht korrekturgelesen, Schreibfehler bitte ich zu entschuldigen.



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